Hildburghausen ist Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises. Sie ist eine ehemalige Residenzstadt im fränkisch geprägten Süden des Freistaates Thüringen.
Hildburghausen liegt im Tal der Werra, in etwa 372 m Höhe über NN am südwestlichen Rand des Buntsandsteinlandes zwischen dem Thüringer Wald im Norden und dem Grabfeld im Süden. Nördlich liegt außerdem der Hildburghäuser Stadtwald mit bis zu 550 Meter hohen Bergen.
Vom (noch flacheren) Coburger Land wird die Stadt nach Südwest bis Süd durch den Häselriether Berg (526 m), den Stadtberg (496 m) und den Krautberg (488 m) getrennt.
Hildburghausen besteht aus der Altstadt und der kleineren, 1710 von Hugenotten angelegten Neustadt. Außerdem gehören die Ortsteile Birkenfeld, Bürden, Ebenhards, Gerhardtsgereuth, Häselrieth, Leimrieth, Pfersdorf, Wallrabs und Weitersroda zur Stadt.
Angrenzende Gemeinden sind Auengrund, Brünn/Thür., Gleichamberg, Kloster Veßra, Reurieth, die Stadt Schleusingen, Straufhain und Veilsdorf.
Hildburghausen war ursprünglich eine fränkische Siedlung aus der Zeit vor 900 und wurde 1234 als Hilpershusia oder Villa Hilperti erstmals urkundlich erwähnt. Bis zu diesem Jahr gehörte es den Grafen von Henneberg-Botenlauben und bis 1304 dem Hochstift Würzburg. Danach gehörte es den Markgrafen von Brandenburg, zur Herrschaft Coburg, ab 1316 den Grafen von Henneberg-Schleusingen und ab 1353 den Burggrafen von Nürnberg. Bereits 1324 erhielt Hildburghausen das Stadtrecht in Verbindung mit dem Bau einer Stadtbefestigung. An die Landgrafen von Thüringen gelangte die Stadt im Jahr 1374. 1572 fiel sie an die ernestischen Herzöge von Sachsen-Coburg. Als diese 1638/40 ausstarben, kam Hildburghausen an Sachsen-Altenburg, 1672/80 dann an Sachsen-Gotha. Ab 1680 war die Stadt Residenz der Fürstentums Sachsen-Hildburghausen, ab 1702 mit voller Landeshoheit, was allerdings nur geringe wirtschaftliche Belebung brachte. Das Schloss Hildburghausen wurde 1685/95 erbaut, im April 1945 durch amerikanischen Beschuss schwer beschädigt und 1949/50 abgetragen. Das Regierungsgebäude stammt aus der Zeit um 1760. 1826 wurde Sachsen-Hildburghausen aufgelöst. Die Stadt kam an Sachsen-Meiningen, das am 5. November 1918 Volksstaat/Freistaat wurde, und ging mit diesem am 1. Mai 1920 im Land Thüringen auf. Bereits seit 1868 ist Hildburghausen Kreisstadt.
Die an der Straße von Eisenach nach Nürnberg regelmäßig angelegte Stadt galt 1307 als oppidum. Der 1314 bezeugte Rat besaß die Niedergerichte. Die 1331 erwähnten Juden weisen auf regen Fernhandel hin. Die Bewohner lebten von Landwirtschaft, Handwerk und besonders Tuchmacherei. 1528 wurde eine Ratsschule eingerichtet. Hildburghausen litt sehr an den Folgen des Dreißigjährigen Krieges. In dieser Zeit ging die Einwohnerzahl von etwa 2.500 auf etwa 700 zurück. Die 1717 eingewanderten Hugenotten siedelten sich in der 1710 angelegten Neustadt an. Sie führten die Woll- und Strumpfwirkerei ein.
In der Nähe von Hildburghausen, im Dorf Weitersroda, wurde 1833 das aus dem Trias stammende Chirotherium gefunden. Es wurde bei dem Bau eines Gartenhauses vom damaligen Gymnasialdirektor Doktor Friedrich Carl Sickler entdeckt.
Hildburghausen um 1900
Meyers Bibliographisches Institut, das 1828 von Gotha nach Hildburghausen, 1874 aber nach Leipzig verlegt wurde, war für die Stadt von besonderer Bedeutung. In diesem Unternehmen fand 1836 auch der erste Streik deutscher Buchdrucker statt. 1858 erhielt die Stadt mit der Werrabahn Eisenbahnanschluss nach Eisenach und Coburg/Lichtenfels. Im Frühjahr 1907 wurde der SPD-Ortsverein gegründet, 1920 der der KPD.
Am 1. Oktober 1933 wurde die 1813 geweihte Synagoge in der Marktstraße abgerissen, worauf der jüdische Fabrikant Gassenheimer sein Gartenhaus für den Kultus zur Verfügung stellte. Es wurde bei den Novemberpogromen 1938 geschändet und die Kultgegenstände verbrannt. Das Gebäude blieb erhalten und steht seit 1990 unter Denkmalschutz. Zwischen 1934 und 1940 wurden 522 Männer und 458 Frauen der Stadt und Umgebung zwangssterilisiert. Zahlreiche Patienten der Landesheilanstalt Hildburghausen wurden im „Euthanasie“-Programm Aktion T4 ermordet. Während des Zweiten Weltkrieges mussten mehr als 420 Frauen, Kinder und Männer vorwiegend aus der Sowjetunion in acht Betrieben Zwangsarbeit leisten: in der Norddeutschen Maschinenfabrik, in der Möbelfabrik, in der Bahnmeisterei, in der Glashütte, bei der Firma Beyer & Pensky, bei der Stadtverwaltung und beim Dampfsägewerk Mohr & Co..
Durch US-amerikanischen Artillerie-Beschuss am 7. April 1945 wurden zahlreiche Gebäude betroffen. So die Apostelkirche, die Christuskirche, das Rathaus und das Amthaus am Markt. Besonders schwere Schäden erlitt das Schloss. Es wurde, obwohl wiederaufbaufähig, 1949/50 abgetragen.